Chronik des Kleintierzüchterverein Hochdorf Z76 e.V.

Bereits im Jahre 1880 wurde der Kleintierzüchterverein in Hochdorf gegründet. Hinweise zu diesem Datum sind leider nur sehr dürftig. Zum einen wurde der Verein im Landesverband-Kaninchen so immer geführt, zum anderen wurde eines der Gründungsmitglieder von 1921, Albert Fischer im Jahre 1949 bereits für 38 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Ein weiterer Beweis für züchterische Aktivitäten in Hochdorf ist die Sieger-Urkunde (Ausstellung in Rottweil) von Carl Schmid aus dem Jahre 1894.Vermutlich durch den 1. Weltkrieg und deren vielen Opfer und großer Not, kam die Vereinsarbeit in Hochdorf zunächst zum Erliegen. Die Mitglieder hatten sich dem Geflügelverein Reichenbach zusammengeschlossen. Am 20.2.1921 wurde der Verein von 15 Mitglieder (im Gasthaus Hirsch) wieder ins Leben gerufen. Dies wurde auch durch einen Artikel im November 1961 im Reichenbacher Anzeiger zum 40-jährigen Jubiläum beschrieben. Der damalige Vorstand war Jakob Maser.
In den Folgejahren verzeichnete der Verein einen guten Mitgliederzuwachs und machte erfreuliche Fortschritte. So haben sich zum Familienabend am 2.2.1938 im Gasthof Adler 55 Mitglieder angemeldet. Zur Unterhaltung wurde sogar ein Musiker mit dem Namen Heinz Butz bestellt. Auch die staatlichen Organe wirkten in dieser Zeit stark in das Vereinleben hinein. So wurden die Züchter angehalten, gezielte Förderungsmaßnahmen zur Leistungssteigerung der Kleintierzucht, im Rahmen des Vierjahresplanes von 1938, umzusetzen. Bei einer Viehzählung vom 3.12.39 wurden festgestellt, dass von 30 Mitglieder in Hochdorf 40 Gänse, 845 Hühner und 32 Tauben gehalten werden.
Der folgenschwere 2. Weltkrieg störte das Vereinsleben wieder in erheblichem Maße. Viele Züchterkameraden kehrten nicht mehr in die Heimat zurück. Erst über ein Jahr nach Kriegsende, im Dezember 1946, machten sich die Mitglieder mit neuer Hoffnung an die Arbeit organisierte Kleintierzucht zu betreiben. Schon 1951 wurde die Jugendgruppe gegründet. In den 60-er Jahren setzte sich der Verein in verstärktem Maße mit dem Gedanken auseinander, ein Vereinsheim zu bauen. Es konnte dann bereits 1967 ein Grundstück in den Kreuzäckern erworben werden, das dann aber im Zuge der Flurbereinigung mit dem heutigen Grundstück in der Hofackerstrasse getauscht wurde. Im August 1976 konnte der damalige 1. Vorsitzende Horst Killian den ersten Spatenstich vollziehen. Durch erhebliche Eigenleistungen von ca. 5000 Stunden und Spenden vieler Mitglieder und Gönner gelang es, das Vereinsheim im Mai 1978 fertig zu stellen. Ganz besonders eingesetzt haben sich die Mitglieder Johann Kollross, Horst Killian, Dieter Bek, Willi Leonberger, Erwin Böhringer, Josef Kollross, Fritz Killian, Hans Waldinger und natürlich noch viele mehr. Insgesamt halfen über 60 Mitglieder und Freunde beim Bauen und Organisieren. Das Vereinsheim, das auch bald als „Hasenheim“ bezeichnet wurde, entwickelt sich zum beliebten Treffpunkt der Mitglieder und Freunde des Vereines. Seit 1978 sind auch unsere Sommerfeste beim Vereinsheim. Neben dem hohen Einsatz für das Vereinsheim hat der Verein aber auch bei den Dorffesten und Umzügen immer aktiv mitgewirkt. Das Interesse der Züchterfrauen mitzuarbeiten und sich zu organisieren wurde so groß, dass sie sich 1982 entschlossen, unter der Leitung von Ursula Hesch, eine Frauengruppe zu gründen, die bis heute Bestand hat. Heute ist die Frauengruppe  unter der Leitung von Elisabeth Stölzle und treffen sich regelmäßig im Vereinsheim. Zwischen 1990 und 2000 wurde unter dem damaligen 1. Vorsitzenden Dieter Bek das Vereinsheim erweitert und modernisiert. Bis 2000 wurde das Vereinsheim von den Mitgliedern selbst bewirtschaftet.
Das große Ziel, eine für den Verein langfristig lebensnotwendige Zuchtanlage zu erstellen, ist bis heute leider nicht erreicht. Viele Anläufe scheiterten am Widerstand verschiedener Behörden, hauptsächlich des Landratsamtes Kreis Esslingen.
Auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz. Schöne Ausflüge wie nach Oybin und Dresden in Sachsen nach Weißenburg und Wetzlar in Hessen oder auch die Besenbesuche in Löwenstein und in Bad Cannstatt im Boskop bleiben unvergesslich.
Heute hat der Verein ca. 80 Mitglieder. Davon sind z. Zt. nur noch 14 Mitglieder aktive Züchter von Tauben, Geflügel und Kaninchen. Es wäre schön und natürlich auch wichtig, neue Mitglieder im Verein begrüßen zu dürfen, die sich der Tierliebe und Weiterentwicklung der Rassengeflügel- und Kaninchenzucht verschreiben wollen. Die wichtigsten Veranstaltungen des Vereines sind im Juli die Jungtierschau mit Sommerfest und im November die Lokalschau in der Breitwiesenhalle.
In 2005 feierte der Verein sein 125-jähriges Bestehen.
Im Dezember 2008 wurden, aufgrund besonderer Leistungen für den Kleintierzüchterverein Hochdorf, dem ehemaligen 1. Vorstand Horst Killian und Vize-Europameister bei Farbenzwergen Michael Führer die Bürgermedallie verliehen.
Wir würden uns freuen, sie als Gast bei unseren Ausstellungen, Festveranstaltungen und in unserem öffentlichen Vereinsheim, bewirtet seit April 2014  durch die Barbara Kröner und Volker Barth, begrüßen zu dürfen.

Jakob Maser                                         1921 bis 1924

Kurt Pierschel                                       1924 bis 1927

Fritz Hoyler                                           1927 bis 1935

Adolf Miller                                            1935 bis 1945

Eberhardt Strauß                                  1946 bis 1948

Adolf Miller                                            1948 bis 1958

Fritz Böhringer                                      1958 bis 1966

Johann Kollross                                     1966 bis 1967

Fritz Böhringer                                      1967 bis 1972

Horst Killian                                           1972 bis 1990

Dieter Bek                                             1990 bis 2000

Angelika Schwegler (komm.)                 2000 bis 2001

Friedrich Seidenspinner                        2001 bis 2009

Angelika Schwegler (komm.)                 2009 bis 2011

Dieter Bek                                             2011 bis heute

 

   
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